So schön war der Heel-Lauf 2019

Die Premiere des Heel-Laufs als sportliches Großereignis in und durch die Baden-Badener Innenstadt war ein voller Erfolg.

Egal wo man am Freitagabend hinschaute: überall strahlende und lachende, vom Laufen etwas erschöpfte, aber eben glückliche Gesichter. 2.101 glückliche Gesichter, um genau zu sein. Denn so viele Sportler im Alter zwischen sechs und 87 Jahren beteiligten sich beim diesjährigen Heel-Lauf – und machten ihn für jeden, der dabei war, zu einem unvergesslichen Erlebnis. Dabei fiel das Urteil der Teilnehmer unisono aus: „Es war ein grandioser Lauf mit einer großartigen Strecke und einer perfekten Organisation.“

Als am Freitagnachmittag um 16.30 Uhr Heel-Geschäftsführer Ralph Schmidt vor dem Theater die Starterpistole in die Luft reckte und die ersten Schülerinnen und Schüler in die Lichtentaler Allee schickte, war das mehr als ein Startschuss für den ersten von mehreren Läufen an diesem Tag:

Es war der Startschuss für ein neues Kapitel in der 15-jährigen Geschichte des Heel-Laufs, und es war auch der Startschuss für ein neues Kapitel in der Historie Baden-Badens als Sportstadt. Denn solch einen großen Lauf, der die Faszination und die große Vielfalt der Stadt laufend erlebbar macht, gab es an der Oos noch nie: „Ich bin sehr glücklich, dass Heel zugestimmt hat, seinen Lauf als Innenstadtlauf neu zu konzipieren und somit die sportliche Seite Baden-Badens in die Stadt geholt hat“, betonte Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Und Schmidt stellte heraus. „Auf zehn Kilometern erlaufen die Sportler alles, was Baden-Baden einzigartig macht: Gewerbe, mediterrane Urbanität, große Kultur und einzigartige Natur.“

Um dies zu ermöglichen, war es notwendig, den Heel-Lauf nicht als Rundkurs, sondern als Punkt-zu-Punkt-Lauf zu organisieren. „Das war eine große logistische Herausforderung, die wir aber in enger und hervorragender Zusammenarbeit mit der Stadt, der Polizei, der Feuerwehr, dem DRK und dem SCL Heel gut gemeistert haben“, betonte Schmidt. Heel hatte Shuttle-Busse organisiert, die permanent zwischen dem Betriebsgelände von Heel in Oos und der Kaiserallee verkehrten. „Sie wurden hervorragend angenommen und so entspannte sich auch die Parkplatzsituation sowohl in Oos als auch in der Innenstadt“, resümierte Schmidt. Ein wichtiger Effekt daraus war, dass der große Hauptlauf pünktlich starten konnte, wodurch auch die Zeiten für die Straßensperrungen entlang der Strecke gut eingehalten werden konnten.

Ein weiterer logistisch kluger Schachzug war der Gepäcktransport für die Läuferinnen und Läufer. Und da Heel-Auszubildende im Rahmen eines Projekts genau berechnet hatten, wieviel Volumen zusammenkommt und welche Kapazitäten dafür benötigt werden, machten sich auch die Gepäckstücke rechtzeitig auf den Weg in die Innenstadt.

Am wichtigsten am Freitag war aber ohne Frage eines: Wasser. Bei Temperaturen um die 30 Grad hatte ausreichendes Trinken vor, während und nach dem Sport höchste Priorität. Unzählige Trinkbecher wurden vor dem Start und natürlich an den drei Versorgungsstationen in der Hochstraße, vor dem Theater und an der Klosterwiese ausgegeben.

Außerdem hatte Heel angesichts der sommerlichen Temperaturen drei Besprenkelungsanlagen auf der Strecke aufgebaut, die für Erfrischung und Kühlung sorgten. Im Ziel erwarteten die Läufer weitere Getränke, Abkühlung und frisches Obst. „Beim Heel-Lauf steht der Gesundheitsaspekt über allem“, betonte Schmidt und ergänzte. „Wir wollen, dass die Menschen sportlich sind und somit etwas für ihre Gesundheit tun. Daher haben wir den Lauf vor 15 Jahren ins Leben gerufen, und daher verlangen wir auch keine Startgebühren.“ Es gehe darum, die Barriere zur Teilnahme so niedrig wie möglich zu halten.

Dieses Konzept ist am Freitag uneingeschränkt aufgegangen. Der bisherige Teilnehmerrekord wurde um 600 Sportler übertroffen. Dies zeichnete sich schon bei den Schülerläufen über 500 und 1.000 Meter ab. 206 Kinder bis 13 Jahre nahmen die Allee mit einer unbändigen Freude in Beschlag – so viele wie noch nie. Dies lag insbesondere daran, dass sich viele Schulen beteiligten und gemeinsam zum Heel-Lauf kamen. Alleine die Vincenti-Grundschule stellte eine Gruppe von 50 Kindern. Belohnt wurden alle Kinder mit einer Medaille direkt nach dem Zieleinlauf – und fast in Echtzeit wurden von den Eltern unzählige Fotos in den sozialen Netzwerken gepostet. Da waren sie wieder, die glücklichen Gesichter.

846 Läufer und Walker gingen um 18 Uhr vor dem Theater auf die Fünf-Kilometer-Strecke. Und ab diesem Zeitpunkt war es da, das besondere Flair in der Innenstadt. In der Fußgängerzone, am Leopoldsplatz in der Allee – überall standen Zuschauer und feuerten die Sportler an.

Dies steigerte sich noch, als die Läufer vom Hauptlauf kamen, die um 19 Uhr auf dem Heel-Betriebsgelände gestartet waren. Richtig los ging es mit der Stimmung schon am Anstieg in der Hochstraße, wo es jede Menge Anfeuerung und Motivation gab, die dann bis zum Ziel anhielt.

„Trotz der heißen Temperaturen habe ich Gänsehaut bekommen als wir vom Leo kommend vor das Theater einbogen“, berichtete eine Läuferin. Dort jubelten und applaudierten Zuschauer dicht gedrängt in mehreren Reihen stehend.

Zusätzliche Motivation müssen auch die sportlich ambitionierten Läuferinnen und Läufer durch die tolle Stimmung bekommen haben: Gerade einmal 34,23 Minuten benötigte Sieger Christophe Krech vom eneglhorn sports team für die zehn Kilometer.

Mit 41,23 Minuten war Sylvia Schmieder von der LAG obere Murg bei den Damen die Schnellste. Martin Welte (Laufteam Rennwerk, 17,47 Minuten) und Laura Hansen (LG Olympia Dortmund, 19,28 Minuten) sicherten sich die erste Position auf dem Siegerpodest über die fünf Kilometer.

Bei den Schülerinnen und Schülern siegten über 500 Meter Yannis Wagner (VFB Gaggenau, 1,39 Minuten) und Greta Kohlrautz (TV Haueneberstein, 1,57 Minuten). Über 1.000 Meter hatten Moritz Götten (TV 1861 im ASV Landau, 3,31 Minuten) und Emilia Reiß (TV Haueneberstein, 4,03 Minuten) die Nase vorn.

Beeindruckend war die große Anzahl an Teams, die in diesem Jahr mitmachten: Unglaubliche 137 Sportlerinnen und Sportler liefen für „Laufen gegen Krebs“ – dafür gab es den Sieg im Teamwettbewerb. Die „Pflegeflitzer“ sicherten sich die Silbermedaille vor dem Team der Stadt Baden-Baden.

Das Heel-Team lief hier außer Konkurrenz – zumal es nicht nur aus Läuferinnen und Läufern bestand, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die komplett die Organisation und Durchführung des Laufs übernommen haben. Schmidt: „Ich bin unglaublich stolz auf die 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich für den Heel-Lauf engagierten .“ Die Aufgaben reichten– von der Ausgabe der Startnummern bis hin zum Getränkeservice und dem Auf- und Abbau der gesamten Infrastruktur – was für einen Teil des Teams einen langen Arbeitstag bedeutete. Denn noch vor Mitternacht war alles im Kurpark und vor dem Theater schon wieder abgebaut. So gilt auch für die Organisation der bewährte Erfolgs-Indikator: Am Ende gab es erschöpfte, aber vor allem glückliche Gesichter.

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